Mein langer Weg zum Hier und Jetzt

Einleitung

Nie habe ich gezweifelt, dass ein Leben nach dem Tod möglich ist. Alles um uns herum war und ist mir Beweis genug. Unerschütterlich vertrat ich meine Meinung. Selbst als um mich herum alles Atheismus praktizierte, mein Mann im Endstadium seiner Krankheit den Glauben verlor. Für mich musste man keine Religion erfinden, ich war und bin unerschrocken und fest im Wissen um ein Leben nach dem Tod. Viele Beweise habe ich selbst erfahren.

Bettina Suvi Rode, ein bekanntes Deutsches Medium nahm mich in ihre Ausbildung. Es folgten eineinhalb Jahre des Sitzens, Lernens und des gedanklichen Austausches um dahin zu kommen, wo ich heute bin.

Lange wehrte ich mich, doch die Lehre ließ mich nicht los. Viele Bücher und Seminare weiter bin ich bereit, meine Geschichte aufzuschreiben.

Mir wurde klar, dieses Buch ist nicht für mich, es ist für die Menschen, die nicht an ein Leben nach dem Tod glauben können. Es soll ihnen Trost und Einblick sein, denn nur weil ich etwas nicht sehe, heißt es aber noch lange nicht, dass es nicht existiert.

Folgen Sie mir und Sie werden sehen, schon nach kurzer Zeit suchen Sie in Parallelen, Unerklärtes aus Ihrem Leben. Ob Sie mit der toten Großmutter sprechen… oder Rat bei Ihrem verstorbenen Mann brauchen…. immer hat das auch damit zu tun, gehört zu werden. von denen die lange vorher gegangen sind.

In Liebe Rebecka

Kapitel I


Ich geh dann mal- SMS eines Verstorbenen
Im Vorzimmer zum Jenseits
Rebecka, it’s your turn-du bist dran
Ich schreibe ja


Ich geh dann mal – SMS eines Verstorbenen

Mein Mann konnte essen was er wollte, er wurde nie zu dick. Bei den Getränken sah es schon ganz anders aus und es bildete sich dieser kleine, aber schon ansehnliche Schmierbauch. Auf sein abendliches Bier zu verzichten, fällt sicher so manchem braven Mann schwer und die Ausreden häufen sich. Ich verzichte an dieser Stelle, die manchmal doch schlüpfrigen Ausreden aufzuzählen und komme zum Punkt. Es gab keinen Grund ihn zu maßregeln, denn meine Waage zeigte schon lange ein bestimmtes Übergewicht, somit blieb es bei strafenden Blicken. ’Ich muss abnehmen‘, bemerkte der mir Angetraute. ‚Wie willst du das anstellen?‘, fragte ich ihn und kramte schon im Geiste in meinen Rezepten. ’FDH‘, war seine schnelle Antwort und ich war froh, mich nicht an dieser Aktion beteiligen zu müssen. Das war im Frühling 2013. Während dieser Zeit fiel mir nicht auf, ob er vielleicht doch weniger aß, aber er nahm ab. ‚Schau mal meine Gürtelschnalle kann schon wieder ein Loch weiter‘, bemerkte er und ich nahm es hin. Dann starb meine Schwester Colleen und ich hatte weder Augen noch Interesse an den Gewichtsverlusten meines Mannes, sie nahmen bedenklich zu. Was eben noch angenehm war, wurde nun zu einer kritischen Aktion. Hinzu kam eine ungewöhnliche Müdigkeit und ich bemerkte, dass mein Mann so gut wie nie trank. ‚Wasser ist wichtig‘ , ließ ich ihn wissen und versuchte ihn zu überzeugen. ‚Du könntest Diabetes II haben, lass mal eine Blutuntersuchung machen‘, bat ich ihn. Auch das überzeugte ihn nicht. Mein Bitten wurde mit jedem Tag, mit jeder Woche intensiver und penetranter‚ ‚Lebst du gern?‘, fragte ich ihn und er schaute mich mit erschrockenen, großen Augen an und ging zum Arzt. Meine erste Frage nach seiner Rückkehr  ‚hat er Blut abgenommen‘ wurde von meinem Tom mit einem Nein beantwortet. Ich wurde wütend, meine irische Seele hatte große Mühe nicht ausfallend zu werden. ‚Gleich morgen gehst du wieder hin‘, befahl ich und mein Tom ging, allerdings erst vierzehn Tage später. Den Befund wollte er nicht abholen, meinte die Praxis würde schon anrufen. Ich vertraute auf den umsichtigen Umgang seines Arztes und hatte weit gefehlt. Es waren schon ein paar Tage, ja vielleicht sogar Wochen vergangen, als ich einen Überweisungsschein brauchte. Nur der umsichtigen Sprechstundenhilfe war es zu verdanken, dass nun die Sache ins Rollen kam. Schon am nächsten Tag war die Koloskopie und am darauffolgenden Tag lag er im Krankenhaus und wurde für die Operation vorbereitet. Das nachfolgende Gespräch war niederschmetternd. Die vom Krebs befallenen Stellen wurden entfernt, nur die Metastasen an der Leber konnten nicht entfernt werden. Ich rate allen Lesern an dieser Stelle; zur rechten Zeit die Untersuchung und Sie können den Krebs besiegen.

Was dann kam, hatte einen ungeheuren Impact auf uns beide. Meine Arbeit als Heiler begann, ohne dass ich auch nur die leiseste Ahnung hatte. Wir begannen über das Leben und das Sterben zu reden. Es gibt kein Leben nach dem Tod, war seine Einstellung. Ich konterte, ‚sollte es kein Leben nach dem Tod geben kannst Du mir  ja Bescheid geben‘. ‚Gut‘, sagte mein Mann, ‚ich schick Dir Sleipnir sollte es ein Leben danach geben‘. ‚Sleipnir?‘, fragte ich ‚wo willst Du ein achtbeiniges Pferd auftreiben?‘. ‚Lass das meine Sorge sein‘, konterte er und damit war das Thema abgeschlossen.

Ich leistete weiterhin meine Überzeugungsarbeit und wies meinen Mann auf meine Zeit der Krankheit hin. Ich war 2002 mit der Diagnose Borreliose im dritten Stadium in das Krankenhaus eingeliefert worden. Da lag ich nun mit einem Tropf und die täglichen Infusionen wurden mit Musik begleitet. Ich hörte einen Chor der für mich ‚Onward Christian Soliers‘  sang, jeden Tag. Mit jeder Infusion stellte ich mir vor, dass dieses Serum eine Armee von Soldaten bildete die in jeder Ecke meines Körpers nach Borrelien suchen  und diese dann eliminieren würden. Nach zwei Wochen war ich von Borrelien befreit. Was blieb war eine Sarkoidose an der Lunge, die bei den Generaluntersuchungen gefunden wurde. Ich bestand darauf, einen Lungenfacharzt die ersten drei Monate nicht aufzusuchen. Ich wollte selber erst einmal die Sache in die Hand nehmen. Nach drei Monaten war von der Sarkoidose nur noch die Hälfte zu sehen. Ich ging voran, bis das Ganze im Frühjahr 2003 Geschichte war.

So versuchte ich auf meinen Mann einzuwirken, diese Denkweise bei seinen kommenden Chemoinfusionen anzuwenden. Was mein Mann verweigerte, war die Veränderung seiner Ernährung, sie war mit einem wesentlichen Teil meiner Therapie gewesen. So konnten wir zwar sein Leben um 2 Jahre verlängern, nicht aber den Krebs besiegen.

Meinen Dienst als Dozentin ließ ich vorerst ruhen, wollte so viel Zeit als möglich für Tom aufbringen. Als es ihm scheinbar besser ging, fing ich wieder an zu arbeiten. Tom versuchte, seinen Alltag zu meistern und fing an kleine Reparaturarbeiten in und um das Haus herum zu erledigen. Manchmal übernahm er sich und so kam es, dass er eines Tages draußen im Garten den Zaun reparierte. Sicher kein großes Ding, wenn nicht die pralle Sonne seinen Kreislauf nach der Chemotherapie über strapazierte. Tom setzte sich in den Sessel und versuchte das Unwohlsein zu überbrücken, stand auf und wurde ohnmächtig, fiel in den Rosmarin und brach sich den Arm an zwei Stellen. Danach war nichts mehr wie vorher. Schon bei der Operation zeigte sich, dass Tom keinen Widerstand mehr hatte. Ich war verzweifelt, fühlte mich im falschen Film, ausgerechnet am Todestag meiner Schwester kam mein Mann Tom aus der Operation erst nach fünf Stunden zurück. Als war abzusehen, dass er diese Strapaze nicht überstehen würde. Doch Tom bemühte sich, er kämpfte sich aus dem Rollstuhl und wurde doch immer schwächer. Wenn unsere Zeit abgelaufen ist, gibt es keinen  Pakt. Und wenn wir wüssten was uns erwartet, dann würde alles leichter sein. Ich hatte gehofft, mit Gott einen Pakt schließen zu können, aber Gott hat nur gelacht.

Es war Sonnabend, wir hatten Tom am Mittwoch in das Hospiz gefahren. Jan und ich saßen abwechselnd am Bett und erzählten ihm wie das Wetter war, was alles um ihn herum passierte. Tom lag im Koma, er schien weit weg zu sein. Doch ich beharrte, er würde uns hören. Ich dachte viel über die letzten Tag auf der Palliativstation nach. Tom hatte mit Nachdruck den Ärzten zu verstehen gegeben, ihn gehen zu lassen. ‚Sie kennen meine Patientenverfügung, dem ist nichts hinzuzufügen‘, meinte er und die junge Ärztin war sichtlich gerührt. Jan und ich erinnerten uns an unsere Reisen und die  Erinnerungen die damit verbunden waren. Wir lachten viel und es muss Tom gefallen haben. Zugleich spielten wir Tom seine Musik und es wurde langsam dunkel,  nur die Kerze auf dem Tisch gab ein gedämpftes Licht. Der Mann mit dem ich die letzten fünfzig Jahre verbracht hatte  ging an  diesem kalten, nassen Januartag. Doch war er wirklich gegangen? Wir wünschten ihm eine gute Reise auf seinem neuen Abschnitt und ich musste diesen Satz hinzufügen ‚…und vergiss nicht uns Sleipnir zu schicken‘. Und dann begann das was ich das SMS aus dem Jenseits bezeichne. Wir standen noch am Bett meines verstorbenen Mannes, als das elektrische Licht im Zimmer in einer Länge von mindestens zwei Minuten, es erschien wie eine Ewigkeit, anfing zu flackern.

Im Vorzimmer des Jenseits

Die Reise zu meinen Geschwistern nach Buffalo ist für uns alle immer ein jährliches Highlight. Wir sind eine ganz normale Familie die sich freut, zusammen zu kommen.. Nicht immer können alle Familienangehörige dabei sein, ich bin die mit dem weitesten Weg aus Deutschland. Und so versuche ich immer wieder, einen wichtigen Familien- oder Feiertag mit einzuplanen. Hin und wieder macht sich mein Bruder aus Arizona auf und manchmal stößt mein Onkel George aus Tennessee zu uns. Das ist dann wie Thanksgiving bei anderen amerikanischen Familien. Lustig finde ich den St.Patricks Tag. Viele New York State Einwohner haben Irische oder Deutsche Wurzeln und der St.Patricks ist ein wichtiger irischer Feiertag. Die Radio und Fernsehstationen senden in dieser Zeit alles Wissenswertes, und fordern die Hörer auf, sich mit Geschichten zu beteiligen. Ich mit dem Auto unterwegs und hatte das Radio an. ’Rufen sie uns an, wenn sie sagen können, was an ihnen Irisch ist. Mein Name ist skandinavisch, das konnte ich schon mal nicht anbringen, aber den Spruch, den mein Mann über mich so gern verbreitete, der kam hier gut zur Geltung. ‚Meine Frau‘, sagte er , ‚hat die Gabe von Null auf Hundertachtzig in weniger als zwei Sekunden zu fahren‘. ‚Ich dachte, sie hätte eine Krankheit, bis ich hörte, sie sei irischer Abstammung.‘

Iren haben eine lange Geschichte als Whiskey trinkende Raufbolde. Dies machten sie sich in der Neuen Welt zu Gute. Sie verdienten ihr Geld mit Boxen und gaben es wieder für Whiskey aus..

Auch wenn ich meine Kindheit nicht in Buffalo verbracht habe, so habe ich doch so eine Art Heimatgefühl. Ich sehe an jeder Straßenecke einen deutschen Namen. Deutsche und Iren haben eine lange Einwanderungsgeschichte, die sich auch im Straßenbild von New York City widerspiegelt. Beide Volksgruppen wohnten in New York in nebeneinanderliegenden Stadtteilen. So findet man in vielen Familien einen deutschen und einen irischen Namen. In meiner Verwandtschaft gibt es eine deutsche Großmutter, meine Schwester war verheiratet mit einem Radke , der Schlachter um die Ecke heißt Hanke,  ich könnte eine lange Reihe an deutschen Namen aus der Gegend um Buffalo  anbringen. Mein Bruder Michael hat in der Schule Deutsch gelernt, und wieder vergessen. Es gibt viele Verbindungen nach Deutschland und Irland. Wobei die irische Verbindung präsenter ist. Jährlich stattfindende Saint Patrick’s Feste, viele kleine und größere Kneipen, die an die irische Vergangenheit erinnern. JP Fitzgeralds ist eine  der Kneipen in der wir hin und wieder mal landen. Doch dieses Mal sind wir auf einer ganz anderen Strecke hängen geblieben

Wir planen kleine Touren in die Vergangenheit, waren  in einem Restaurant mit Barbetrieb, der Uncle Frank’s heißt, indem schon mein Vater Gast war. Dort gab es immer  den Spaß die Plätze auszuprobieren: ‘Mag sein, dass Dad hier saß? Oder hier?‘ Uncle Frank’s ist eine Gaststätte, wie sie überall in den USA zu finden sind. Man trifft sich hier mit Freunden, oder mit der ganzen Familie zum Lunch oder Abendessen. Ein Laden wohin man nach der Arbeit hingeht, um ein Bier zu trinken. Da wo man Freunde trifft und Sport im Fernsehen schaut.

Dieses Jahr stand ein zusätzliches Highlight auf dem Plan, Lou Ann meine Schwägerin, wollte endlich einmal nach Lily Dale. Lily Dale dem Ort wo die Menschen mit den Toten sprechen, dem Ort der höchsten Spiritualität im Staat New York.

‚Aber nicht allein‘, sagte sie zu mir. ‚Wenn du mitgehst, dann gehe ich auch‘. ‚Lou Ann‘, meinte ich, ‚du musst das mit der Person absprechen‘. Wir suchten im Internet das geeignete Medium aus.

‚Rebecka‘, sagte Lou Ann und ließ mich wissen, ‚es war nichts frei, erst später in der Woche‘. ‚Macht nichts‘, meinte ich ‚wir werden sehen und fahren trotzdem. Wir planen nicht und machen die Fahrt nach Lily Dale auf blauen Dunst‘.

Das kleine Dorf südwestlich von Buffalo, ist circa eine Stunde entfernt. Lily Dale Assembly heißt die Gemeinde, die diesen Ort, der wunderschön zwischen mehreren kleinen Seen liegt, berühmt gemacht hat. In Buffalo hatte mich wieder einmal mitten im April der Winter eingeholt. In den Straßen lag der Schnee vom letzten Schneesturm und Lily Dale war noch nicht vom Dornröschenschlaf aufgewacht. Überall in der kleinen Gemeinde wurde gewerkelt. Auch wenn hier oder da schon mal ein Frühlingsblüher aus dem Schnee schaute war es doch kalt und ungemütlich. Die Handwerker hatten einiges zu erledigen, bevor die Masse der Besucher am Memorial Day wieder nach Lily Dale strömt. Die Szenerie ließ uns nicht viele Möglichkeiten ein Medium zu erreichen, aber wer mich kennt, der weiß aufgeben ist nicht in meinem Vokabular vorhanden.

Durch die kleine Gemeinde zu spazieren ist immer wieder ein Erlebnis, ist es dort doch so anders als im restlichen Amerika. Wir genossen den Spaziergang auch deshalb, weil die Sonne durch die Wolkendecke kam und eine angenehme Wärme verbreitete. Freuten uns über das Treiben und schauten die um die Jahrhundertwende errichteten kleinen Häuschen an, auf die die Sonnenstrahlen fielen. Mein Blick fiel auf ein Schild mit einer Telefonnummer. ‚Lou Ann, ruf dieses Medium an, sie hat einen Termin für dich frei‘, war meine Aufforderung. Kathleen Salyirs, schlug eine Uhrzeit vor, Lou Ann machte einen Termin fest, wir hatten genug Zeit und gingen zum Lunch.

‚Was hat sie gesagt?‘, frage ich meine Schwägerin. ‚Wir sollen um 13 Uhr da sein‘, ‚ wie wir?‘, fragte ich…’Sie sagt, wir können nicht zusammen hinein, wir haben die Treffen nacheinander gebucht.‘

‚Du hast einen Termin für mich gemacht?‘, fragte ich sie. ‚Ja, wolltest du nicht?‘. Nein, ich wollte nicht.

Das war nicht mein Plan, ich sollte Lou Ann nur die Hand halten. Meine Schwägerin war ein wenig nervös, wir saßen schließlich im Vorraum des Himmels, ich beruhigte sie. Dann kam Kathleen und fragte..’Wer kommt zuerst rein?‘ Mein Finger wies auf Lou Ann und ließ ihr den Vortritt, ich musste mich erst einmal mit dem Gedanken anfreunden. Na ja, dann gehe ich eben doch, kann ja mal spannend sein, wie dieses Medium arbeitet, dachte ich, fotografierte die ‚Tür zum Jenseits‘ und fragte mich, was die Seelen sich wohl da wieder ausgedacht hatten.

Mir fielen all die Sitzungen bei verschiedenen spirituell arbeitenden Menschen ein. Meine erste Sitzung hatte ich genau hier in Lily Dale, zwei Straßen weiter. Shirley hatte mir damals prophezeit, dass eine große Veränderung in mein Leben kommt. Ich war fasziniert und vergaß den Teil, den sie mit meiner Großmutter füllte. Jahre später 2015 besuchte ich sie ein zweites Mal, damals war sie schon sehr feinstofflich, ihr Gehen war sichtbar geworden. Im Januar war mein Mann Tom verstorben, ich wollte Kontakt zu ihm aufnehmen und hoffte, dass er sich zeigen konnte.

Shirley sprach nicht viel an dem Tag, es machte ihr Mühe, nur eins ließ sie mich mit großem Nachdruck wissen: ‚Ich sehe nur Veilchen um dich, die Farbe Lila überwiegt. Du musst deine Gabe nutzen, musst auf dieser Seite sitzen.

Ich war meiner Gabe nicht sicher und wollte nie darüber reden, musste mit mir selbst ins Reine kommen und nahm mir vor, sobald ich aus den USA nach Hause kam etwas in diese Richtung zu unternehmen.

Meine Spiritualität zu akzeptieren war nicht einfach, dennoch wurde ich Reiki Meister und Lehrer, dann begann ich meine Ausbildung zum Hypnose Coach. Meine Klienten, die dann zu mir kamen, hatten oftmals ein Problem mit dem Sterben. Entweder hatten sie einen nahe stehenden Menschen verloren, oder aber sie hatten generell Angst vor dem Tod. Das brachte mich zwei Jahre später zu Bettina Suvi Rode, ich begann meine Ausbildung.

Und sitze ich hier in Lily Dale und warte darauf, dass ich zu einem Medium gehe. Mein Weg, seitdem ich mich ausbilden lasse, hat so viele Facetten angenommen, dass ich manchmal ganz wirr im Kopf bin. Möglicherweise bringt Kathleen ja Klarheit in dieses Gewirr.

Rebecka – du bist dran

Die Sitzung sollte eine halbe Stunde dauern. Ich vermied, meinen Akzent zu zeigen, sprach nur in abgehackten Sätzen, antwortete mit Kopfnicken oder -schütteln., ich bemühte mich nicht aufzufallen, staunte nicht wenig über die Vorgehensweise des Mediums. Sie sprach keine ‚Bestätigungen‘ Convincer genannt, am Anfang holperte sie schwach und dann nahm sie Fahrt auf. Meine Aufmerksamkeit war zunächst, nicht so sehr auf das was sie sagte gerichtet, sondern mehr auf das, was ich sah, oder besser, nicht sah. Ich versuchte, ihre Aura zu sehen. Kathleen saß ungünstig. Blickte ich doch geradewegs in ein helles Fenster, das hinter ihr war. Es blendete, sobald ich an ihrem Kopf vorbei schaute. Für mich als Anfängerin keine gute Position und so richtete ich meine Aufmerksamkeit wieder auf ihre Stimme. Sie erinnerte mich stark an die meiner medialen Lehrerin. Wenn Bettina ‚empfing‘ dann konnten die Durchsagen nicht schnell genug ausgesprochen werden und sie begann zu stottern, bei Kathleen war es genauso.

Kathleen fing an, mein Leben aufzuzeigen, sprach von mir als eine alte Seele, einer langen Reihe von Heilern. Deine Weihung fand mit drei Jahren statt, den nächsten Schritt hast du mit zehn gemacht. Nun war mir klar, warum bestimmte Dinge aus meinen verschiedenen vorherigen Leben sich immer wiederholt haben. Kathleen bestätigte quasi alle nicht gestellten Fragen. Ich hatte keinen Grund weiter nach Ausreden zu suchen, ich musste mich der Spiritualität der Heilung stellen. Es war mein Lebensplan, den ich mir selbst geschrieben hatte. Zum ersten Mal seitdem ich diese verschiedenen Aufforderungen höre, wollte ich mich der Aufgabe stellen.. Mich musste sie ohnehin nicht überzeugen, dennoch war ich überrascht, alle vorherigen Fragen, die ich immer wieder gestellt hatte, wurden von ihr angesprochen und gelöst. Ich war dazu bestimmt, ja, hatte den Weg schließlich selber ausgesucht und  gab mich geschlagen. Und dann sprach sie das Buch an: ‚Nutze dein Talent und schreibe dieses Buch‘. Nicht schon wieder, ich hatte keine große Lust ein Buch zu schreiben, aber da war es wieder. Kathleen war die Dritte und dann ließ sie mich wissen, was mir lange auf der Seele lag. Kathleen nahm einen tiefen Atemzug und dann sprach die Urahne:

‚Wir mussten viele Tricks anwenden, um dich hier her zu bekommen, dieses Mal wolltest du auch nicht kommen‘, beschwerte sie sich. Ich musste lachen, hatte ich nicht gerade eben noch Lou Ann gesagt, ich wollte nicht? Dann fuhr die Ahne fort ‚Du hörst mir nie zu, immer bist du mit etwas anderem beschäftigt, deshalb wecke ich dich in der Nacht, indem ich deinen Computer an mache‘. ‚Schreib endlich, schreib endlich alles auf’…Na super, dachte ich, da hätte ich mir aber viele Rechnungen beim Computer Shop sparen können. Es nervte, dieses ewige updaten dachte ich, brachte den Computer zum Shop und ließ die Updates nur noch manuell ausführen. Nichts half, der Computer ging mit einer Regelmäßigkeit zwischen 2 und 2:30 morgens an. Ich ließ neue Virenprogramme installieren, irgendwann war ich ratlos und verband den Computer in die unergründlichen Tiefen einer Schublade. Sollte das alles nur ein penetrantes ‚Hallo‘ gewesen sein? Die Seelen sind ja lustig. Wo soll das noch hinführen, dachte ich.

Ich schreibe ja…

Ich war wieder zurück aus Buffalo und die Wäsche war noch nicht erledigt, da ging das Problem Computer wieder los. Ich hatte doch nun wirklich noch keine Zeit, den Gedanken auf das Buch zu lenken. Immerhin war ich bereit ein Skript zu schreiben, das ich übrigens einige Male weggelegt habe. Was sage ich, der Computer schaltete sich wieder ein. Ich beschloss mit meinen Kollegen, über dieses Phänomen zu sprechen.

Alle Teilnehmer der Seminarreihe fiebern schon Tage vorher auf das Wiedersehen, wir alle freuen uns auf unser Wochenende mit den Seelen. Gespräche mit den Kollegen helfen bei der Wegfindung. In meinem Kopf begann das Buch zu wachsen. Wer hätte das gedacht, sitze ich doch wirklich nach gut dreißig Jahren wieder an der Tastatur und schreibe. Jedenfalls dachte ich das, aber den Seelen ging es nicht schnell genug. Der Drucker spielte verrückt, obwohl nicht angeschlossen, der PC ging an…..

Mein kleiner Bichon mit dem Namen Soso hat manchmal einen Rückwärtsschluckauf und um das zu stoppen puste ich ihm auf die Nase. Augenblicklich hört er dann auf und schaut mich mit seinen großen, schwarzen Augen an.

An diesem Abend schimpfte ich und grummelte in mich hinein, als ich mich bettfertig machte. Mein Hund lag schon in seinem Körbchen neben dem Bett, ich brummelte über die Seelen, denen ja wohl alles nicht schnell genug ging, setzte mich auf mein Bett um mich rückwärts hinzulegen. Müde vom arbeitsreichen Tag freute ich mich, endlich schlafen zu gehen, als ich mit einem Ruck wieder hochkam. Was war passiert? Kurz bevor ich meinen Kopf auf das Kissen legen wollte, pustete mir jemand ins Gesicht. Ich war so überrascht, dass ich mit einem Ruck wieder aufkam. Wer war das?

Ich musste lachen, wer war da, den ich nicht sehen konnte? Ich schreibe ja und nun ist Ruhe eingekehrt.

weiter