Kapitel IV

Meditation, der Weg zu sich selbst

Verschiedene Wege der Meditation

Achtsamkeit

         Achtsamkeit – Kein Weg ist so weit wie der zum Hier und Jetzt

Heilenergie für Soso

         Achtsam gegenüber dem was wir sagen und denken

Selbstfindung

Was haben ein Finger und Gehörlosigkeit miteinander zu tun?

Gedankenhygiene – Ein Zauberwort?

Orakel

Meditation auf einem Zeitstrahl

         Bilder aus der Zukunft         

         Bilder aus der Vergangenheit

Medium

Ziele der Meditation humorvoll gesehen

Meditation – der Weg zu sich selbst

            Gebet ist wenn Du zu Gott sprichst, Meditation ist wenn Du Gott zuhörst.

            *Diana Robinson

Im Nachschlagwerk steht über Meditation – nachdenken, reflektieren und genau das macht man, indem der Kopf leer gemacht wird. Es ist nicht so einfach, wie es sich anhört. Den Kopf leer zu machen erfordert eine Menge Disziplin und loslassen, wobei das schon fast ein Widerspruch ist. Ich gestehe: Loslassen war und ist für mich das Schwerste an der Meditation. Die Formel ist einfach; Nichts anderes als das was du gerade machen willst zu tun. Wenn du kochst, dann kochst du, wenn du deine Zähne putzt, dann konzentrierst du dich nur auf deine Zähne, auf das Putzen. Wenn du gehst, dann gehst du und konzentrierst dich auf das Gehen. Gar nicht so einfach, wir gehen gern das letzte unerfreuliche Gespräch mit den Kollegen beim Gemüseputzen durch und kochen dieses wunderbare Essen mit all dem Ärger vom Tag, den wir dann beim Gemüseputzen wiederholt haben.

Um dieses Gefühl der Leere, in meinen Kopf während der Meditation zu bringen, übe ich im Laufe des Tages, so oft es eben geht. In meiner aktiven Reiterzeit fiel mir auf, dass ich genau diesen Zustand nur auf dem Pferd erreichen konnte. Ich realisierte schnell, dass es sicher in anderen Situationen klappen könnte, wenn ich nur diese Konzentration auf eine Sache in den Alltag bringen würde. Ein gutes Trainingsprogramm ist die Achtsamkeitsübung. Bevor ich diese tägliche Übung machte, ging ich Jahrzehnte an einem Baum im Park vorbei, ohne seine Schönheit zu sehen. Er hatte ein Herz an seinem Fuß, ca 40 cm oberhalb der Grasnarbe ausgebildet. Dieses Herz war sicher immer da, nur gesehen hab ich es erst als ich beim Spaziergang mich auf das Gehen konzentrierte. Die Sonne schien darauf diese wunderbare Laune der Natur und machte es noch leuchtender. Ich versichere ihnen, sie werden Dinge sehen, die ihnen vorher nie aufgefallen wären.

Im Laufe der Jahre hat sich meine Meditationstechnik mehrmals verändert. Sie richtet sich an den wachsenden Erfahrungen aus und erforderte ein Weitergehen. Sobald sie in der Lage sind, die Leere zu ertragen, wird sich für sie ein Fenster öffnen. Etwas das viele Fragen aufwirft und genau daraus entsteht das Wachsen.

Um dich zu erkennen musst du dich verirren, hat einmal ein weiser Meister gesagt. Ihre Wege können wie meiner 40 Jahre lang werden, oder sie stellen sich den Bildern, die während der Versenkung auftauchen.

Während einer Absenkung kann es zu Bildern kommen, wie gesagt es kann dazu kommen. Wie anfangs beschrieben können Meditationen auch reine Entspannung sein. Wenn es aber dazu kommt kann es sich um Bilder

  • aus dem Unterbewusstsein
  • aus der Zukunft
  • aus der Vergangenheit

handeln.

Jeder findet seine eigene bevorzugte Technik, sie werden ihre finden. Vielleicht mögen sie eine geführte Meditation mit einer CD. Es hilft, wenn man durch Mantras oder eine Meditationsmusik zur Ruhe kommt.

Seit der Ausbildung bei Bettina, schätze ich zusätzlich die Heiler Meditation. Du sitzt und fühlst dich in einen imaginären Kristall, den du in der Hand trägst. Dieser verbindet mich mit dem göttlichen Licht und ich baue daraus einen Kokon, in dem ich allein oder mit jemandem sitze. Manchmal lade ich meinen Hund zu mir ein. Spätestens nach dem sich diese schützende Hülle ausbreitet, flieht mein kleiner Hund. Die Energie ist zu stark für ihn, er betrachtet das Ganze aus angemessener Entfernung.

Bei einer dieser Meditationen ist mir einmal etwas kurioses passiert: Ich sitze und meditiere, vor meinem inneren Auge ein Bild: Mir gegenüber steht jemand und gibt mir Heilenergie, alles ist grün. Mein ganzer Oberkörper schüttelt. Der Hund lag während der Meditation an meinen Körper geschmiegt und als der Körper so schüttelte, setzte sich der Hund ab. Er blieb die restliche Meditation in großem Abstand zu mir und beobachtete mich.

War es doch nicht nur im Kopf? Habe ich mich in Wirklichkeit geschüttelt? Und wer hat mir Heilenergie gegeben? Grün ist die Farbe der Heilung, war es doch real?

Manchmal erlebe ich nur eine Farbmeditation. In einer dieser Meditationen kam ein übernatürliches goldgelbes Licht auf mich zu und blieb. Ich wollte gar nicht mehr zurück, kostete es aus, solange wie möglich, bis ich zurück musste.

Ich versichere ihnen, nicht alle Meditationen erlebt man als spektakulär. Die meisten sind leichte Entspannung und Übung, dennoch darf sie das nicht davon abhalten immer wieder zu üben. Im ZEN nennt man es sitzen und genau das ist es, ein ständiges Sitzen, bis die Erleuchtung kommt.

Der Heilige

Ich will mit dem Zug der Erleuchtung fahren, sagte der Mann zu seiner Frau und verließ sie, um auf dem Bahnhof auf den Zug der Erleuchtung zu warten. Er saß da Stunde um Stunde, Tag um Tag und wartete auf dem Zug der Erleuchtung, seine Zeit vertrieb er mit Meditation. Und als er da so saß wurden andere Menschen auf ihn aufmerksam. Es sprach sich schnell herum, dass auf dem Bahnhof ein Heiliger sitzt und meditiert. ‚Warum macht er das?‘ fragten die Leute. ‚Er wartet auf den Zug der Erleuchtung‘ antworteten sie. Alle wollten erleuchtet sein und schnell wuchs die Gesellschaft auf dem Bahnhof an. Sie meditierten und warteten, brachten ihre Kinder und saßen konzentriert am Bahnsteig. Gestört von dem lauten Treiben, fing der Mann an, sich um alles zu kümmern. Er versorgte die Kleinen und achtete auf die Meditierenden. Die Züge kamen und fuhren weiter. Unser Mann hatte wenig Zeit sich abzusenken, er kümmerte sich, er achtete auf die bunte Gesellschaft. Das Bedürfnis den Zug zu erwarten, hatte er nicht mehr,  er kümmerte sich. Eines Tages als er darüber nachdachte, warum er denn auf diesen Bahnhof gekommen war, hörte er das Pfeifen und Stampfen der Lokomotive und eh er sich versah, konnte er feststellen, dass er bereits im Zug der Erleuchtung saß.

Es war ein sommerlicher Sonnentag, ein halbes Jahr nach dem Tod meines Mannes.

Ich hatte mich zur Meditation, entgegen meiner normalen Praxis, auf das Sofa gelegt, war weit weg und wachte von einem Geräusch auf. Mein Blick fiel auf die offene Terrassentür und mein Gedanke war: ‚Besser du hättest sie zugemacht‘, als mein Mann Tom wie ein Hologramm vom Garten durch die Küche in den Raum kam. Er lächelte mich an und ich wunderte mich, dass er seine rote Winterjacke trug.

Als ich wieder zu mir kam, schlug mein Herz so enorm, dass ich glaubte, etwas am Herzen zu haben. Ich konnte mir den Grund nicht vorstellen. Die Schwingungen aus dem Jenseits, lernte ich später, sind um ein Vielfaches höher als unsere. Ein weiteres Zeichen, dass ich Besuch hatte, war der Geruch. Es roch lange nach Tom.

Seit über vierzig Jahren übe ich mich in der Absenkung. In der Zeit habe ich gelernt, die verschiedenen Bilder zu unterscheiden. Es ist nicht notwendig in Panik zu geraten, ich konnte auch nicht jeden Tag meditieren, nur wenn Zeit da war oder mal wieder ein Problem anstand. Der Nachteil einer solchen Nachlässigkeit ist, dass sie immer erneut von vorn anfangen müssen und mit der Zeit wird der Sitz auf dem Meditationskissen dann zur Qual.

Mein Problem warum ich nicht kontinuierlich meditiert habe lag daran, dass ich mich den Aufgaben nicht stellen wollte oder konnte. Sprach von meinem Meister, der kommt und mit mir weiter arbeiten würde. Bis mir wieder ein Blitzgedanke sagte: Der Experte ist in dir, du musst ihn nur finden. Ich war so naiv zu glauben, dass ich meinen Reiki Meister und Lehrer mache und dann ist alles im Lot. Meditation ist sich selbst ins Gesicht zu schauen. Lange war mir klar, dass ich nur meine Füße, meinen Bauch und vielleicht noch ein paar anderen Körperteile kannte. Alles Sonstige war nur das Konterfei, das ich im Spiegel sah. Diese Erkenntnis kam mir bei einer Gehmeditation mit sechs Kilo Fotoausrüstung auf dem Weg zum 3718 Meter hohen Gipfel des Teide auf Teneriffa. Und mit einem Mal sah ich es, ich sah mir selbst ins Gesicht..so als wäre ich aus meinem Körper vor mir rückwärts her gegangen. Verrückt? Ja, es macht den Anschein, aber Sie werden feststellen…es kommt noch verückter.,

Sie brauchen nicht den Gipfel erklimmen, es ist wirklich nicht nötig spektakuläre Dinge zu erreichen. Seien sie sie selbst und bleiben sie sich treu und handeln sie nach dem Satz ‚Übung macht den Meister‘

Verschiedene Wege der Meditation

  • Achtsamkeit

Ein Christ, ein Buddhist und ein Hindu fahren auf einen See zum Angeln heraus. Nach fünf Minuten hat der Hindu keine Angelköder mehr – er brennt drei Räucherstäbchen ab, murmelt ein Gebet zu Shiva, steigt aus dem Boot, läuft über das Wasser, holt sich die Würmer und kommt zurück. 
Wieder zehn Minuten später hat der Buddhist keine Köder mehr. Er meditiert eine Weile, spricht ‚O mani padme hum‘, steigt aus dem Boot, läuft über das Wasser, holt sich die Würmer und kommt zurück. 
Eine halbe Stunde später hat auch der Christ keine Würmer mehr. Er fragt: ‚Kollegen, wie macht ihr das denn, das mit dem über das Wasser laufen…?‘ ‚Na, wie Jesus‘ antwortet der Hindu: ‚Beten, fest daran glauben, und schon geht das…‘
Der Christ betet drei Vater-Unser, drei Ave-Maria, schlägt ein Kreuz, steigt aus, macht zwei Schritte – und blubb, weg isser…. Sagt der Buddhist zum Hindu: ‚Beten ist gut, glauben ist besser – aber wissen wo die Steine sind, ist am Besten.‘

Fest dran glauben an das was wir wollen und dazu den Weg wissen wie im Fall unserer lustigen Mönche. Achtsam sein.

Mein Unterbewusstsein würde mir zum Beispiel ein Problem zeigen, an dem ich arbeiten soll. Die Lösung liegt in der Antwort im Bild das sie während der Meditation sehen.

Ein Beispiel: Womöglich haben sie ein gewagtes Spiel mit der Liebe vor sich. Allen Ratschlägen zum Trotz bewegen sie sich aber zügig auf die Katastrophe zu. Die Bilder in denen sie sich sehen könnten folgendes beinhalten: Einen Abgrund mit Erdbeeren und sie versuchen diese, an der Schlucht doch in hohem Maße ungünstig wachsenden Früchte zu pflücken.

Vermutlich kennen sie Träume, die ihnen so verrückt vorkommen, dass sie manchmal nicht wissen was das Ganze bedeutet.

Haben wir erst einmal gelernt zu sehen, wie das Bewusstsein arbeitet, bietet das eine Grundlage für unsere kommende Denkweise, denn das Unterbewusstsein spricht in Bildern und nicht in Worten. Meine Klientin bat mich eines Tages, ihr noch ein wenig Zeit zu geben, bevor sie mir von ihrem Bild erzählen wollte. ‚Rebecka, ich habe keinen blassen Schimmer, was das bedeuten soll. In der Meditation habe ich ein Bild gesehen, das mich sehr beunruhigt. Ich hing über einem hellen Abgrund und versuchte an der Steilwand Erdbeeren zu pflücken. Herzlichen Glückwunsch, das Unterbewusstsein hat gesprochen. Einerseits freute ich mich, über das von ihr erlebte. Es zeigte mir, sie  war auf dem richtigen Weg. Andererseits wusste ich, sie war in einem inneren Konflikt mit ihrer neuen Beziehung. Die Erdbeeren stehen für Leidenschaft und der Abgrund? Der erklärt sich von allein.  In der Psychologie sprechen wir vom Katathymen Bildererleben, wenn wir Bilder aus dem Unterbewusstsein sehen. Das ist sozusagen das große Reinemachen auf der ‚Festplatte‘. Wenn sie dann irgendwann mit dem größten Teil des Reinemachens fertig geworden sind, dann entstehen in der Meditation diese Bilder, Bilder mit denen sie zunächst kaum etwas anfangen können. Schon bald merken sie, dass sie sich nicht nur in ihrem Unterbewusstsein sich aufhalten. Es können auch Bilder  aus der Vergangenheit und in der Zukunft sein. Doch stopp; Vergessen sie auf keinen Fall, ein Buch anzulegen. Diese Geschichten kommen ihnen jetzt merkwürdig vor, doch schon bald haben sie die Lösung.

Wenn du ein Problem hast, versuche es zu lösen. Kannst Du es nicht lösen, dann mache kein Problem daraus. Buddha

Achtsamkeit – Kein Weg ist so weit wie der zum Hier und Jetzt

Die meisten Menschen wollen so intensiv als möglich leben. Wie das gehen soll? Das fragen sich auch sehr viele und wahrscheinlich nicken auch sie jetzt gerade. Dabei ist das eigentlich so einfach wie das Leben, das sie gewählt haben.

Wenn sie intensiv und erfüllt leben wollen, dann müssen sie nur im Hier und Jetzt sein. Nicht einfach, glauben sie? Da haben sie recht, denn in unserer schnelllebigen Zeit ist das Innehalten rar geworden. Wir neigen eher dazu, uns in Unwichtigkeiten zu versenken, als dass wir uns mit uns selbst beschäftigen. Meditation erfordert aber die Aufmerksamkeit mit sich selbst.

Mein Weg zur Meditation ging über Yoga. In den 1970ger Jahren war es mehr ein Hippie Auswuchs, als das man das Ganze ernst nahm. Wir machen Hatha Yoga was bedeutet unter anderem Kraft und Hartnäckigkeit. Diese Form des Yoga  soll das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist mit Hilfe von Atem- und körperlichen Übungen fördern. Hatha Yoga ist der das Einstiegsyoga für die Meditation und auch für weitere Yogaarten.

Mir war egal was die Leute dachten, ich ging meinen Weg und verbog mich beim Yoga und lernte besondere Massagetechniken. Mein Mann ging die erste Zeit noch mit, übte sich im massieren meiner Pobacken, das sollte einen Hexenschuss zu verhindern. Bei mir tat es das Gegenteil, wochenlang bin ich die Treppen zu meinem Büro hoch gekrochen. Bis der Muskel sich wieder beruhigte dauerte es eine Weile. Vielleicht war das der Grund, dass ich fortan allein zum Yoga gehen musste. Meine bessere Hälfte meinte es sei besser so und wäre ja nicht auszudenken was noch passieren könnte. Er hat sich dann den Studien der Angelkunst zugewandt, was ja auch eine Art Meditation ist.

Ich werde sicherlich keine Angst machen und fordere sie geradezu auf zum Yoga zu gehen. Wenn sie ein Ziel  formulieren wollen ist  Yoga eine gute Einstiegsmöglichkeit. Meditation und Achtsamkeit sind zwei Fakten, die nicht ohne einander funktionieren. Beim Yoga lernen sie dies über ihren Atem, ihn zu kontrollieren ist die erste Anforderung. Ich atme ein ich atme aus erscheint banal, aber es ist ein grundlegender Baustein auf dem Weg zur Meditation.

Neunzig Prozent der Klienten in meiner Hypnosepraxis können nicht loslassen und in Trance gehen. Ich kann dieses nachvollziehen, weil ich selber auch meinen persönlichen Kampf beim Absenken habe. Deshalb rate ich, zunächst einmal bei einer geführten Meditation die Konzentration auf den Atem zu lenken. Schnell zeigt sich dann, wer wirklich ernsthaft an seiner Aufgabe wachsen möchte.

Die Ziele, die sie sich stecken, können so unterschiedlich wie das Leben selbst sein. Manche Menschen suchen in der Meditation eine Entspannung, andere wiederum suchen die Erleuchtung.  Meditation ist in jedem Fall für beide Richtungen und alles dazwischen ist gut.

Eine Klientin von mir fiel immer wieder auf denselben Typ Mann herein. Sie fragte sich zu Recht warum ihr das immer passierte. Es erinnerte mich ein wenig an die Insekten , die immer wieder in den Sonnentau, einer fleischfressenden Pflanze, tappen, obwohl Generationen von Insekten doch gelernt haben müssten, diese Pflanze zu meiden.

Sich als Opfer zu sehen und nicht am Problem arbeiten bedeutet nur wieder in die alte Falle zu gehen. So wird der Augenmerk zunächst einmal auf den Grund des Scheiterns gerichtet und dann auf den Verlauf und wie es zu diesen immer wiederkehrenden Fehlern kommen konnte. Mit der Behutsamkeit einer Meditation geht der Klient den richtigen Weg und schaut erst einmal auf die Dinge wie sie sind und nicht wie man sie in seiner Wut oder auch dem Schmerz sehen wollen. Das Unterbewusstsein geht ohnehin nur so weit, wie wir es in dem Moment ertragen können.

Heilenergie für Soso

Mein Hund war krank, hatte irgendetwas gefressen und das machte seinem Magen zu schaffen. Die arme Seele war am nächsten Morgen noch etwas weinerlich. Ich beschloss, in Trance zu gehen und meinem Liebling Energie zu geben, hob ihn auf das Sofa. Er rollte sich wohlig neben mir ein. Alles lief nach Plan, er ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt eben mal vier Monate alt und seit 15 Wochen bei mir.

Ich begann die Meditation und fragte meinen Geistigen Helfer: ‚Kannst Du mit mir arbeiten?‘ keine Antwort, dafür sitzt der Hund plötzlich auf meinem Kopf.

Ich hätte es wissen müssen, mein Held, mein geistiger Helfer.

Achtsamkeit gegenüber dem was wir sagen und denken

Achtsamkeit zu üben ist nicht nur auf die Stolpersteine zu achten, sondern vor allem auf das was wir sagen und denken. Was wäre wenn alle Worte, die jemals von uns gesagt und gedacht wurden ihnen irgendwann einmal zur Verantwortung vorgelegt würden.

Würden wir in dem Fall achtsamer mit uns, unserer Sprache und unseren Gedanken umgehen? Ich weiß nicht wie sie darüber denken, aber eins weiß ich: Sie werden zur Rechenschaft gezogen. Erinnern sie sich, was ihnen als Kind beigebracht wurde – St. Petrus steht mit dem großen Buch am Himmelstor. Der Arme hätte viel zu tun, müsste er alles aufschreiben, doch die Sache mit der ‚Abrechnung‘ steht uns allen in der Stunde unseres Todes vor.

Versuchen sie einmal täglich, die folgende Übungen zu machen. Ich kann ihnen versichern, dass es ihnen in jedem Fall guttun wird.

Lenken sie einen ganzen Tag ihre Aufmerksamkeit auf das gesprochene und das gedachte Wort. Hinterfragen sie das, was da gerade in ihrem Kopf vor sich geht und denken sie daran: Ihr Gehirn speichert das nein oder die Verneinung nicht, sonst wird es immer das was gerade nicht wollen.

Fast ein Jahr wollte ich einer Person immer wieder aus dem Weg gehen. Ich fand es geradezu als körperlichen Schmerz, diesen Menschen zu treffen. Mein Gedanke: Das würde mir ja jetzt noch fehlen, wenn ich den treffe. Was glauben sie, was passierte? Kaum hatte ich begriffen, was ich da falsch machte, war der Spuck vorüber. Anders herum kann es auch passieren.

In meinem Theater Restaurant war eingebrochen worden. Ein wüstes Durcheinander erwartete mich und wir versuchten das Chaos so schnell als möglich zu beseitigen. Im Eingangsbereich lag ein Zigarettenautomat auf den Kopf gestellt und wartete auf den Abtransport. Wenn sie schon einmal versucht haben in der Theaterpause ein Getränk zu bekommen, dann wissen sie worüber ich rede. Mitten im Gewirr trat eine junge Frau an den Tresen und forderte ihr Geld zurück, das sie in den defekten Automaten geworfen hatte. In der Pause muss man schnell sein um alle zu bedienen und da rutschte es aus mir heraus: Wie kann man so blöd sein, sie sehen doch das der Automat nicht funktionieren kann. Im selben Moment war ich sehr betroffen, aber die Frau war schon gegangen. Ich prägte mir das Gesicht ein und hoffte, sie würde wiederkommen. Als ich am späten Abend zu Hause mich für meine Meditation vorbereitete, fiel mir auf, dass ich diese Frau bei mir noch nie gesehen hatte. Sie hatte ein übergroßes Blutmal im Gesicht, ich hätte sie erkannt. Tief betroffen von meiner negativen Reaktion ging ich in die Meditation und bat um Korrektur. Tage später, wieder in der Pause, trat diese junge Frau auf mich zu und wir beide sprachen wie aus einem Mund unsere Entschuldigung. Es war nicht nur die Entschuldigung, wir hatten plötzlich eine gleiche Chemie, ein Gefühl  sich zu kennen. Ich muss an dieser Stelle sagen, dass ich, seit ich denken kann, an einer Gesichtsausblendung leide.

So lange mein Mann an meiner Seite war, war alles gut, ich konnte mich auf ihn verlassen. Es dauert lange, bis ich jemanden abgespeichert habe um ihn zu erkennen.

Selbstfindung

1985 war so ein Jahr, in dem viele Erkenntnisse auf mich zu kamen. Ich kam aus dem tief verschneiten Rettenbach im Bayrischen Wald zurück in die Zivilisation. Dort hatte ich an einem zwölftägigen Selbstfindungskurs teilgenommen. In diesen vierzehn Tagen wurden wir  in unsere Geburtsstunde geführt, dazwischen lagen Tage der Aufarbeitung.

Noch im Zug nach Hause wurde mir klar, dass es eine Reise in meine eigene Vergangenheit war. Ich hatte ein altes Trauma aufgearbeitet. Das Trauma, an das ich glaubte, mich gar nicht mehr zu erinnern, hatte mich eingeholt. An einem dieser Meditationstage wurde eine freiwillige Person für die Demonstration gebraucht. ‚Wer ist schon einmal in Ohnmacht gefallen‘, war die Frage, als wir am Morgen mit der Arbeit beginnen wollten. Mutig ging ich nach vorn und was dann kam, war zwar für mich heilsam, wiederholen würde ich es nicht. Ich wurde in die Sekunde vor der Ohnmacht zurückgeführt.  Was siehst du, was riechst du, was schmeckst du, was hörst du, frage mich der Therapeut. Und da saß ich und war plötzlich nicht in der Arztpraxis, in der ich in Ohnmacht gefallen war,  sondern in einer versuchten Vergewaltigung als ich 14 Jahre alt war.

Ich war also in dieser Arztpraxis mit meinen Achtundzwanzig Jahren ohnmächtig geworden, weil ich einmal eine solche Erfahrung in meiner Seele gespeichert hatte? Ich befand mich, dem Himmel sei Dank, in guten Händen. Zwei Psychologen, ein Heilpraktiker und mehrere Hilfskräfte waren anwesend, um solchen Situationen Herr zu werden und zu helfen. Ich will gar nicht über die Art der Therapie sprechen, ich will damit ein sichtbar machen, dass wir unserem Trauma nicht aus dem Weg gehen können. Es ist gespeichert und das bleibt es auch. Wir können aber entscheiden, ob dieses Trauma uns noch schaden kann, oder ob wir uns dem stellen und es damit verkleinern, im besten Fall alles auflösen.

Auf dem Nachhauseweg gingen mir all diese Gedanken durch den Kopf und mit einem Mal erkannte ich, dass alles was wir jemals erlebt, gesagt, gedacht oder getan haben, gespeichert ist. Damals glaubte ich, es sei auf den Zellen meines Körpers gespeichert, heute weiß ich es ist in meiner Aura gespeichert.

Diesen Gedankengang weiter denkend wurde mir klar, dass ich vierzehn Jahre später angetriggert (gleiche Reize) wurde und ich in Ohnmacht fiel. Wie kann das sein und was kann ein Trauma, eine Erfahrung noch bewirken?

Was haben ein Finger und Gehörlosigkeit miteinander zu tun?

Meine Großmutter war mit ihrem zweiten Kind hoch schwanger, und meine Mutter drei Jahre alt, als die kleine Familie an einem sonnigen Tag zu Ihmels Park ging, einem Ausflugsziel in Bremerhaven. Die Damen konnten im Cafegarten bei Torte und Getränk sitzen und es sich gut gehen lassen. Es gab Käfige mit Affen und meine Mutter Inge (drei Jahre)  spielte zwischen den Käfigen und beobachtete die Menschen, die den Tieren etwas zu essen anboten. Inge erzähle mir später, dass sie dies lustig fand und es auch einmal versuchen wollte. Sie bot dem Affen ihren Finger an. Der nahm dann dankbar den rechten Zeigefinger an der ersten Kuppel ab und verschwand damit.

Meine Mutter stand unter Schock und lief zu den Erwachsenen, die zu schreien begannen. Es wurde ein lautes Durcheinander, das meine Mutter später nicht mehr beschreiben konnte. Wohl aber den Moment an dem meine Großmutter so furchtbar laut schrie und alles um sie herum beteiligte sich daraufhin an diesem Geschrei. Drei Monate später erkrankte meine Mutter an einer Hirnhautentzündung und wurde gehörlos.

Ich freute mich auf der Heimreise aus Rettenbach, meiner Mutter gleich nach der Ankunft die entscheidende Frage zu stellen. Ich musste herausfinden, ob es einen Zusammenhang zwischen ihrer Ertaubung und dem abgebissenen Finger gab.

Meine Frage: Woran kannst du dich besonders erinnern und warum. Meine Mutter antwortete spontan: ‚Ich habe gar nicht gewusst, was da passiert war‘. Es waren die Menschen, die so aufgeregt reagierten. Und alles schrie, das ich dachte: Ich will nichts mehr hören.‘

Gedankenhygiene – ein Zauberwort?

Unsere Energie folgt immer der Aufmerksamkeit. Was soll also ein dreijähriges Mädchen machen? Wie wichtig unsere Aufgabe als Erzieher und Vorbild ist, wird in diesem Fall sichtbar. Ich will nicht sagen, dass dieses nicht passiert wäre und meine Mutter noch hören könnte. Damit will ich nur zeigen, was passiert mit unseren Gedanken, wenn wir dieses zulassen.

Wir leben in einer Kultur, in der Ablenkung an der Tagesordnung ist. Wir machen es uns schwer achtsam zu sein.

Da preist ein Schirmhersteller einen neuen Schirm an, einen Schirm, der eine Halterung für einen Kaffeebecher hat. Ich als Hundebesitzer glaube hier an ein Wunder. Wenn’s mal schnell gehen muss kann ich also meinen Kaffee unterwegs ‚to go‘ trinken? Weit gefehlt..der Kaffee wäre spätestens beim Aufheben der Hinterlassenschaften alle. Dieser Schirmzusatz ist für die Handybenutzer gedacht. Während mein Hund die Nachbarshündin begattet, kann ich in Seelenruhe dies dokumentieren..oder? Es geht doch darum, alles immer im Auge zu behalten. Das Video für Utube, Die Geschichte für Facebook. Alle sollen an meinem Glück teilhaben. Warum machen wir das? Werden wir nicht genug gesehen in dieser schnelllebigen Welt?

Ich habe andere Sorgen, ich will im Hier und Jetzt sein, achtsam sein und im Hier und Jetzt ankommen.

Nun frage ich mich, wie merke ich, das ich angekommen bin? Bitte, ich kann ihnen meine Sichtweise anbieten. Aber Vorsicht!

Es ist meine subjektive Realität, ihre kann ganz anders, aber dennoch wichtig für sie sein.

Wir alle treffen Entscheidungen und bedenken nicht die Auswirkung. Das kann der unwirsche Ton der Kassiererin an der Supermarktkasse sein, es kann das Hupen an der Ampel oder auch das Schimpfen auf meine Mitmenschen sein.

Besinnen wir uns einen Moment und fragen uns: Ist es das Wert? Denn sie haben es im nächsten Moment vergessen, die Person involviert nicht. Welche Reaktionen kann ich erwarten?

Sobald ich mich im Hier und Jetzt befinde, öffnen sich alle Möglichkeiten und schnell wird mir bewusst, welcher Weg für mich der Richtige ist.

Mein Rat als weise Frau: Was immer sie vor haben, halten sie einen Moment an und bedenken sie die Folgen. Das wird ihnen helfen, die richtige Entscheidung zu treffen

Das Orakel

Meditation auf einem Zeitstrahl

  •             Bilder aus der Zukunft

Wahrnehmungen aus der Zukunft sind zunächst nicht zu erkennen.

Mein Beispiel: Ich meditiere am Sonntagmorgen und sehe mich in meiner Vision den gewohnten Sonntagsgang über die Deichpromenade gehend, suche ich ein mein Lieblingscafé auf, setzte mich an das Fenster und bestelle mir etwas zu essen. Ich sehe in meiner Vision einen Mann auf mich zukommen, er spricht mich an. Ich reagiere nicht und er wird laut und unhöflich. Ich bitte den Kellner, mir zu helfen, der schmeißt den Mann aus dem Lokal.

Nachdem ich aus meiner Absenkung kam, beschloss ich den Spaziergang, genau wie immer zu durchführen, es war ja nur ein Bild in der Meditation, redete ich mir ein.

Unterwegs überlege ich noch, vielleicht doch ein anderes Restaurant aufzusuchen, dann setze ich trotzig meinen Weg fort und lande vor dem gewohnten Lokal. Der Platz am Fenster ist besetzt, ein gutes Omen, denke ich. Und was dann kommt, gleicht meiner Vision fast auf den Punkt. Mein Kellner ist nicht da, dafür übernimmt die weibliche Bedienung seinen Teil aus der Vorsehung. Ein Mann, angetrunken, pöbelt mich auf die übelste Weise an, das Mädchen schmeißt ihn hinaus.

In einer meiner Meditationen sehe ich durch die Decke bis an die Himmel und wundere mich, dass der Blick frei ist. Ich bedauere, dass der Raum nun keine Decke mehr hat und wache aus meiner Meditation auf. Die Meditation verbuche ich unter Zeitstrahl Geschichte, denn Bremerhaven wurde 1944 so stark gebombt, dass Phosphorbomben vom Dach durch die Decken das Haus zerstört haben.

Meine Gedanken gehen nicht mehr durch dieses Szenario, denn ich fliege zu meinen Geschwistern und muss mich um meinen Koffer kümmern. Um das Ganze für mich ein wenig einfacher zu machen packe ich meine Koffer immer auf dem Gästebett, so auch dieses Mal. Dann ruft mich meine Familie an und lässt mich wissen, dass es wieder einmal geschneit hat und ich mich auf Winterkleidung einstellen muss. Na Servus, denke ich und nehme den Koffer mit ins Schlafzimmer um nicht hin und her laufen zu müssen. Dort sortiere ich die Sachen aus, die ich sicher nicht gebrauchen werde und suche nach geeigneten Sachen für die kälteren Tage.

Am nächsten Tag habe ich noch einen Patienten in der Praxis und so bereite ich alles vor um am Morgen komplett zu sein. Der nächste Tag beginnt wie jeder andere, es ist 8:30, als ich plötzlich einen riesen Knall höre. So als wäre jemand in meine Praxis gefahren. Mein Vorsichtiges nachsehen lässt mein Blut in den Adern frieren, in der Praxis ist die Decke herunter gefallen.

Meditation auf einem Zeitstrahl

  •             Bilder aus der Vergangenheit

Ich habe zwei Rückführungen in vorherige Leben gemacht. Eine fand im Mittelalter statt. Ich sah mich als Frau unter anderem im Wald Kräuter pflückend. Das Gesammelte trug ich in meinem Rock, dessen Saum aufgeschlagen an der Taille festgemacht war. So ließen sich die Kräuter gut transportieren.

In meiner Meditation sehr viel später sehe ich mich mit jemandem durch ein Dorf fahren. Worin? Scheint ein Auto zu sein, aber die Wege sind kurvig und uneben, eigentlich nur zwei Rillen wo offensichtlich Karren zu fahren scheinen. Die Fahrt aber ist wie schwebend über den Weg hinweg. Alle Häuser sind reetgedeckt und schön, an Menschen erinnere ich mich nicht, alles scheint friedlich zu sein.

In der zweiten Rückführung als Mann in einer Stadt wie New York um 1910-1930. Ich bin in einem Raum als Mann, der an einem Küchentisch in einer kargen Küche sitzt. Das Fenster ist geöffnet, es ist heiß und der Lärm der Straße ist hörbar. Ich schaue an mir herunter und sehe ein Unterhemd, eine Hose gehalten von Hosenträgern. Ich spüre ein unendliches Gefühl der Einsamkeit.

In einer weiteren Meditation sehe ich mich an irgendeinem Ort, der an Großstätte in Amerika erinnert. Ich stehe auf einer Position, von der aus ich die Straßenseite gegenüber sehr gut beobachten kann. Menschen wuseln auf dem Gehweg und Autos fahren nur selten vorbei. Als ich an mir herunter sehe, erkenne ich, dass ich ein Mann bin.

Diese zwei Rückführungen und die später während meiner Meditation gesehenen Bilder  gehören zusammen. In beiden Wahrnehmungen und Reinkarnationen ist das Gefühl der Einsamkeit ein zentrales Thema. Wer mich kennt weiß, dass ich das allein als ‚All ein Sein‘ betrachte. Dennoch ist es hin und wieder bei mir zu finden. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich bei Kathleen in Lily Dale saß und mir auf einmal klar wurde, dass es nicht das Alleinsein ist, sondern eine gewisse Leere. Kathleen sprach: ‚Du hast viele Leben hindurch diese Leere gefüllt, du versuchst sie mit dem Rückzug in die Einsamkeit zu lösen. Und jetzt tust du das Gleiche.‘ Sie hatte Recht, es gab Momente auf meinem Lebensweg, da wäre ich gern in ein Kloster gegangen. Und dann fuhr Kathleen fort’ Du könntest genauso in einem Kloster leben‘. Ich erkannte in dem Augenblick, dass mein Lebensplan nicht erfüllt werden würde, wenn ich mich zurückziehe. Heiler dienen dem Menschen, sie verschließen sich nicht.

In einer meiner Meditationen sehe ich mich wie eine Lehrerin durch die Klasse schreiten. Von Tisch zu Tisch den Kindern ins Gesicht schauend, bewege ich mich durch den Raum. Plötzlich bleibe ich stehen und schaue mir selbst ins Antlitz. Es ist mein Einschulungstag und ich, die kleine Rebecka, denke darüber nach, warum die anderen solche großen Zuckertüten haben. Zum ersten Mal in meinem Leben fühle ich Neid.

Neid glaubte ich nicht zu kennen und doch wusste ich, dass dieses Gefühl mir heute zu schaffen macht. Durch eine Erkrankung war ich zeitweilig enorm im Gehen behindert und schaute Menschen nach, die flott an mir vorbeiliefen.

Mein Rezept: Reflektiere das Gesetz der Anziehung. Was denke ich? Was will ich..

Das Medium

Medium -im Wörterbuch steht Kommunikation, Mittelpunkt. Ich fürchte allerdings, dass diese Erklärung nicht annähernd an die Bedeutung dieser Gabe heran kommt. Kann man das lernen? Wir alle kommen mit einem Lebensplan in dieses Leben, dieser Lebensplan entscheidet ob sich einem alles erschließt oder ob wir ’nur‘ an der Oberfläche bleiben. Möglicherweise haben wir artig gelernt und geübt und nun sehen wir, zu welchem Rüstzeug wir Zugang haben und zu welchem nicht. Ich zum Beispiel bin der geborene Heiler und das Orakel. Zu mehr bin ich nicht in der Lage, auch wenn ich das Rüstzeug besitze. Zum Einen schütze ich mich durch die Verweigerung, zum Anderen bleibt vieles oberflächlich, weil es nicht mein Weg ist. Die Seelen wissen immer wie sie am einfachsten uns auf unseren Plan zurück bringen und sie tun dies mit einem sanften, liebevollen Druck.

Auf dem Unterrichtsplan stand schon nach sechs Monaten, dass wir an diesem Wochenende Jenseitskontakt aufnehmen sollten. Interessierte, deren Angehörige verstorben waren, sollten sich uns zur Verfügung stellen. Ich war davon nicht gerade angetan, fühlte mich außer Stande für einen Menschen Verbindung mit dem Jenseits aufzunehmen. Es nützte nichts, wir mussten da durch, es gab kein Erbarmen und so fand ich mich im Kreis von  vier meiner Kollegen plötzlich einem Sitter gegenüber und wurden von unserer Dozentin  ins kalte Wasser geworfen.

Es rächte sich, dass ich bisher keine Notizen über die Zeichen der Seelen gemacht hatte. Mir wurde klar, dass es besser gewesen wäre. Es wäre leichter, schon deshalb weil die Zeichen immer die Gleichen bleiben.

Meine Kollegen hatten angefangen, mit dem Sitter zu sprechen, gaben ihm Information über das, was sie sahen. Ich bereitete mich vor und ging in Trance. Es ermunterte nicht gerade, denn nicht alles was sie sagten, waren Treffer. Wir waren Anfänger, konnten uns gerade mit unseren Äußerungen über Wasser halten. Für mich, die ich immer Hundertfünfzig Prozent geben will, war es nicht genug und so wurde ich ruhiger und ruhiger. Ich ging in mich und vielleicht hoffte ich auch, dass man mich übersehen würde. Und dann geschah etwas, was ich bis heute kaum verstanden habe, ich fand mich wieder in der Geschichte einer Frau, die früh gehen musste. Sie zeigte mir mit ihren Händen, wie sie gegangen war und ich verstand, sie war am Rumpf erkrankt. Das war komisch, denn es passte nicht zu den Bildern in meinem Kopf. Die Seele hielt ihre eine Hand mit den Handrücken am Halschakra (Kehlkopf) und die andere mit dem Handrücken am Wurzelchakra (Steißbein). Ich wollte nicht weiter reden und zog mich wieder zurück. Meine Kollegen versuchten weiter, die Lösung zu finden. Dann kam die Auflösung; Die Frau, die ich gesehen hatte, war die Schwester unseres Sitters. Sie war von ihrem Mann vergewaltigt und erdrosselt worden.

Ich wollte nie wieder diese Bilder sehen, nie wieder für jemanden chaneln. Ich fand es ganz furchtbar, mich so falsch ausgedrückt zu haben, wollte diese Art des Sehens nicht mehr. Aber die Seelen hatten sich etwas anderes ausgedacht. Sie kamen, ob ich wollte oder nicht. Ich sollte üben, auch wenn es nicht mein Weg war. Ich sollte den Weg kennen, die Arbeit des Mediums verstehen.

Nicht immer braucht es einen Sitter, der Kontakt aufnehmen möchte. Manchmal kommen Seelen und lächeln nur, ich versuche dann alles in ihrem Gesicht zu erinnern. Keine einfache Aufgabe, denn ich leider so lange wie ich denken kann, an einer Gesichtsausblendung. Im Laufe meines Lebens habe ich mich auf andere verlassen, seit dem Tod meines Mannes trainiere ich das Gesicht eines Menschen oder besondere Merkmale zu erinnern. So auch an einem Tag als ich am Schreibtisch Gedankenversunken saß und versuchte ein Konzept für eine Behandlung zu entwickeln. Plötzlich sah ich einen Mann mittleren Alters, er hatte ein rundliches Gesicht und lächelte mich freundlich an. Bevor ich ihn überhaupt fragen konnte, war er wieder verschwunden.

An anderen Tagen sehe ich Menschen wo keine sind..komisch meinen Sie? Mag sein, dass es komisch für Sie ist für mich ist es Normalität. Ich erschrecke nicht mehr, nur manchmal finde ich nicht so schnell die Worte mit denen ich Kontakt aufnehmen kann. So auch an einem kalten Januartag.

Ich langsam aus meiner Mediation zurück. Ich hatte immer noch diesen tiefen Blick, wo man keinen Fokus zulässt, ich bohre Löcher in die Wände mit meinem Blick und sehe plötzlich eine Frau die mir gegenüber steht und mich traurig und ernst ansieht. Ich frage sie – Wer bist du , was willst du von mir? Sie verschwindet wieder. Ich bin durcheinander und notiere diese Vision. Manchmal erschließt sich alles erst später. Der Januar geht zu Ende und ich hatte die Frau noch nicht wieder gesehen. Enttäuscht, dass ich all das was ich mir zurecht gelegt hatte, nicht anbringen konnte. Anfang Februar stand sie wieder in meinem Flur, wie ein Hologramm, durchsichtig und genauso ernst und traurig, anders kann ich ihren Blick nicht erklären. Ich sprach sie an und sagte: ‚Sag mir doch, was dich bedrückt‘ und sie verschwand wieder. Komisch dachte ich und schob diese Vision wieder in die Ecke. Sie wird schon noch kommen und ich werde die richtige Frage stellen.

Meine Arbeit als Hypnose Coach ließ mir wenig Zeit, mich mit der Frau zu beschäftigen. Ich hatte einen ziemlich komplizierten Klienten zu behandeln und wollte seine Geschichte abgeschlossen haben, bevor ich in den Urlaub flog. Er war Mitte Februar zu mir gekommen. Seine Geschichte war ziemlich problematisch, denn seine Frau war bereits vor neun Jahren verstorben. Er konnte  seine Angst vor dem Alleinsein nicht in den Griff bekommen und ließ sich von mir behandeln.

Ich wollte ihm abschließend helfen, denn meine Reise in die USA stand an und sah ihn mehrmals die Woche. Kurz vor meiner Reise entließ ich ihn mit den Worten ‚Beobachten Sie sich und lassen Sie mich wissen wie es Ihnen ergangen ist. Wir sehen uns in drei Wochen.‘  Dann fuhr ich in die USA. Während meines Besuchs hatte ich einige Zeit für meine Nichte Jenny eingeplant.  Sie ist ein in den USA bekanntes Medium, und neben ihrem Bruder und ihrer Schwester sehr hellsichtig. Eines Abends saßen Jenny und ich in ihrem Zimmer und erzählten uns unsere ganz speziellen Geschichten. ‚Jenny‘, ließ ich sie wissen, ‚ich habe da eine Frau,  die zu mir kommt‘. Ich frage sie, was sie von mir will und sie verschwindet wieder. Hast du so etwas schon einmal erlebt? Jenny fing an, mir die Frau zu beschreiben, und ich staunte nicht schlecht. Gleichzeitig fühlte ich in meiner Brust ein unglaublich starkes Brennen. Es war so stark, dass ich es Jenny mitteilte. Jenny sagte, ‚Sie zeigt mir mein Zeichen für Selbstmord durch Erhängen‘, ich fragte nach , ‚warum habe ich dieses Brennen‘? Jenny setzte ihr channeling fort, ’sie hat es schon einmal versucht mit Tabletten. Es hat nicht geklappt. Sie ist zu dir gekommen, weil sie die Heilung zwischen ihrem Mann durch dich erreichen möchte und hat ihn dir geschickt‘. Ich wusste sofort, um wen es sich handelte und wir kamen von meiner eigentlichen Frage..warum geht sie weg…ab.

Wieder in Bremerhaven frage ich meinen Klienten, warum der erste Selbstmordversuch seiner Frau nicht geklappt hatte. Er war ganz überrascht, er konnte sich nicht erinnern, mir das erzählt zu haben. Ich ließ ihn im Glauben und dann plapperte es aus ihm heraus: ‚Ich habe es gehasst, wenn meine Frau auf meine Frage nicht geantwortet hat. Sie konnte wochenlang maulen und auf meine Frage was los sein drehte sie sich nur um und ging. Dann wollte ich wissen, warum sie versuchte, sich zu töten. Doch sie drehte sich nur um und ging, sprach dann wochenlang nicht mit mir‘.

Mir wurde augenblicklich klar, was sie versuchte mir zu zeigen. Es tat ihr leid, dass sie nicht sprechen konnte, es war Teil ihrer Depression. Die Seelen sehen wie sehr die Zurückgebliebenen leiden und suchen den Weg, um Heilung für beide zu finden. In solchen Momenten liebe ich meine Gabe, obwohl ich noch nicht da bin, wo ich vielleicht einmal sein kann.

Es war einer dieser windigen Novembertage, an denen es zu allem Überfluss auch noch regnete. Der starke Wind machte den Regen noch ungemütlicher und zwang uns, den ganzen Tag im Haus zu bleiben. Mich machen diese Tage traurig, ich bin ein Kind der Sonne und die zaubert mir dann auch augenblicklich ein Lächeln ins Gesicht.

Mein Mann und ich wuselten uns so durch unseren freien Tag, wir erledigten alle Aufgaben, die nun schon lange genug auf Erledigung warteten. Sicherlich würde sich das Wetter nicht so schnell drehen und mit Grauen dachte ich an mein Restaurant, denn wir lebten als Ausflugsziel vom schönen Wetter. Zudem sollten wir am nächsten Tag eine größere Gesellschaft kommen und die Vorbereitungen warteten auf uns.

‚Es macht keinen Sinn, über Nacht in Bremerhaven zu bleiben‘ ließ mein Mann mich wissen. Wir hatten unseren Zweitsitz während der Woche in unserem Lokal, ich war nicht begeistert noch am späten Abend zu fahren. Die fünfundvierzig Minuten Fahrtzeit waren nicht das Problem, mich störte das Wetter. Nach einigen Überlegungen machten wir uns dennoch auf den Weg. Ich würde am Abend noch eindecken können und die Vorbereitungen für die Köchin durchsehen.

Der Weg nach Bederkesa ist ein recht idyllischer Weg durch ein Waldgebiet. Am Ende dieser unberührten Landschaft wechselt der Fahrradweg, auf die andere Straßenseite. Für die Radfahrer ein gefährliches Unterfangen, wenn sie weiter sicher fahren wollen.

Als wir von der Autobahn kommend durch diesen Forst fuhren, sahen wir schon von Weitem das Blaulicht des Rettungsdienstes vor der Ortseinfahrt. Eine kleine Gruppe von Menschen stand auf dem auf der anderen Seite, dort wo der Radweg auf die Gegenseite wechselt. Wir fuhren mit verminderter Geschwindigkeit und passierten die Unfallstelle. Der Gegenverkehr war überschaubar, aber da fiel mir etwas ungewöhnliches neben der Straße auf. Ein Mann, wie in hellem Nebel eingehüllt, stand dort auf dem Grasstreifen zwischen Radweg und Fahrbahn und winkte dem entgegenkommenden Verkehr von der Ortsausfahrt zu. Er besänftigte mit den Armen, die den uns entgegenkommenden Verkehr, doch vom Gas zu gehen.   Als wir an der Stelle vorbei fuhren, fiel mir auf, dass diese Person durchsichtig war.

Ich behielt mein Sehen für mich. Wir waren schon durch den Ort gefahren, als ich mich sprechen hörte, ‚..es war ein Radfahrer, er ist tot…‘ Mein Mann sagte nichts, er hatte gelernt, nicht zu fragen.

Tage später legte er mir ohne ein Wort den Artikel in der hiesigen Zeitung vor. Radfahrer vom Auto erfasst, beim Wechsel auf den Radweg der gegenüberliegenden Seite, übersah ein Autofahrer den Mann.  Der Radfahrer verstarb noch an der Unfallstelle.

Ziele der Meditation humorvoll gesehen

‚Treffen sich zwei alte Freunde auf der Straße wieder. Fragt der eine: ‚Hallo, wie geht es Dir?‘
‚Danke, gut. Es läuft so wie immer.‘
‚Und wie geht es Deinem Sohn? Ist er immer noch arbeitslos?‘ 

Ja, leider. Aber er meditiert jetzt.‘ 
‚Meditieren, was ist denn das?‘
‚Ich weiß es nicht genau, aber er sagt das sei besser als einfach rumsitzen und nichts tun.‘ 

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