Kapitel VII

Die Prophezeiung

Mein Weg in die Spiritualität

Sleipnir – SMS aus dem Jenseits

Buddah: Der ‚Weg liegt nicht im Himmel, er liegt im Herzen

Die Prophezeiung

Meine zweite Reise nach Buffalo plante ich dieses Mal mit Lily Dale. Ich hatte ganze 12 Monate Zeit, um darüber nachzudenken was es mit Lily Dale so auf sich hat und nun wollte ich es selbst wissen. Meine Schwester sollte mich begleiten, wir suchten einen Tag aus. Mein Besuch war außerhalb der Saison und da könnte es sein, dass kein Medium zu erreichen sein würde. Den langen Weg nach Lili Dale genossen wir, die Gegend ist leicht hügelig und sehr schön. Tom und ich waren überrascht, die Umgebung war geprägt von Weinanbau, und so beschlossen wir, einen weiteren Tag für eine Besichtigungstour durch die verschiedenen Weingüter zu nutzen.

Auf dem Gelände von Lily Dale wurde mir klar, dies ist nicht das Amerika, was in den Werbeprospekten angeboten wird. Hier war die Zeit stehen geblieben. Wir schlenderten eine Weile durch die kleinen Gassen, links und rechts die meist im viktorianischen Stil gebauten Häuser, alle in einen sanften Pastellton gestrichen. Ich konnte mir vorstellen, wie es hier im Frühling grünen und blühen würde. Wir suchten nach einer Information, die uns dann ein Medium für mich vermittelte. Ich saß ich da, hatte nicht die geringste Ahnung, was kommen könnte und hörte gespannt zu.

Da saß ich nun bei Sheila die mir  riet, nur ja oder nein und meinen Namen vorwegzusagen, alles andere sei nicht nützlich. Was wusste ich denn, ich die immer gern rede, was nützlich ist und was nicht. Artig saß ich in meinem Stuhl und horchte, was Sheila mir sagen würde. Ich hatte absolut keine Ahnung, was mich erwarten könnte und ließ mich auf diese Sitzung ein. Für einen Unwissenden ist es schwierig, an das zu glauben, was dann kommt. Du trägst den Namen deiner Großmutter. Ja? Wer nicht in meinem Alter. Dann beschrieb sie meine Oma, das war schon eindrucksvoller. Eine ganze Reihe von Informationen kamen, ich habe sie verdrängt, doch dann brachte sie etwas für die Zukunft, das mein Leben verändern sollte. ‚Wenn die Osterblumen blühen, wird sich dein Leben um 180 Grad drehen‘, sagte sie – nicht mehr und nicht weniger konnte ich aus ihr heraus bekommen. Was sollte ich davon halten? Ich ließ es dabei, vergaß das Ganze und machte mich auf den Heimweg mit meiner Familie.

Im Flugzeug auf dem Weg nach Deutschland tat mein Liebling genau das, was er immer gern tat, er lass in der Zeitung. Irgendwann hielt er mir die Inserate ‚Gutgehende Gastronomie gesucht‘ unter die Nase. Ich protestierte: ‚Du weißt doch, wie schwierig es ist, in dieser Zeit einen neuen solventen Pächter zu finden‘. ‚Du verkaufst, oder ich kündige dir meine Freundschaft.‘, antwortete er. Das waren harte Worte und ich merkte sie mir.

Auf der Burg  fing der Alltag im Restaurant sofort wieder an. Die Arbeit musste wieder aufgenommen werden, das Telefon ging. Ich meldete mich und fragte, ‚was kann ich für sie tun?‘. ‚Haben sie morgen früh Zeit, ich würde ihnen gern unseren neuen Kollegen für den Außendienst vorstellen‘, sagte mein Bierverleger. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag.

Da saßen wir alle um den runden Tisch, erzählten von unserer Fahrt nach New York und der neue Kollege brachte sich ein. Am Schluss fragte er, ‚Kann ich noch was für die tun?‘ Er meinte Bierdeckel oder Gläser, ich aber wusste, wenn ich nun nichts sage, dann habe ich endgültig bei Tom ausgespielt. Ich nahm mir ein Herz und hörte mich sagen ‚Sie können mir einen neuen Pächter suchen‘. Das war eine Bombe, die da einschlug ‚Sie wollen verkaufen?‘, ’nein‘, sagte ich, ‚ich muss, mein Mann will nicht mehr‘. Ich weiß noch genau, dass ich ab dem Tag nie wieder am Telefon den Satz brachte ‚Was kann ich für sie tun?‘

Drei Tage später war mein Restaurant verkauft, drei Monate später übergab ich den Schlüssel. an die neuen Besitzer

Dann kam der Tag der Übergabe, Ostern stand vor der Tür, die neuen Pächter brauchte Zeit, um sich auf das Ostergeschäft einzustellen. Als endlich der letzte Tag kam und wir  den Schlüssel vom Restaurant übergaben, machten wir im Burghof noch einen Blick zurück, bevor wir nach Hause fuhren. Ich sehe noch heute, was meine Augen erblickten – der ganze Garten in Bremerhaven stand in voller Blüte mit Osterblumen, Narzissen, Perlblumen…es hätte nicht klarer kommen können. Tom und ich standen händchenhaltend am Fenster und schauten nach draußen. Die große Frage über uns: Wie machen die das? Wie konnte sie das Wissen oder auch sehen?

Mein Weg in die Spiritualität

Geht man erst einmal den Weg der Spiritualität, dann gibt es kein zurück mehr. Auf meiner Suche sind mir immer wieder kleine Geschichten passiert, die meinen Weg weiter vorantrieben.

Viele Male war ich auf der Autobahn zur Schulung bereit umzukehren und das Ganze ‚in die Tonne‘ zu geben. Und dann kam immer etwas,  was mich zum Lachen brachte. Ich fahre auf der Autobahn Richtung Seminar und denke; Kehre um, was tust du dir das an. Im Radio die Antwort: Hold on tight to your dreams ..Halte fest an deinen Träumen.. ein anderes Mal erwische ich mich beim  tranigen Fahren mit den Gedanken in der Parallelwelt, male mir aus, wie es wäre, wenn ich alles abbrechen würde. Als ich wieder zu mir komme, bin ich schon auf der Abzweigung nach Essen ..lohnt sich nicht, dann fahr weiter… Die Liste ist in einem Jahr lang geworden und jedes Mal musste ich lachen. Seitdem weiß ich, der Himmel ist lustig. Die Seelen sorgen dafür, dass du deinen Lebensplan verwirklichen kannst.

Die Verweigerung zur Spiritualität zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Mit vierzehn habe ich endgültig beschlossen, nie mehr auf die Eingaben zu achten. Das klappte gut, bis mein Mann, Freund, Kumpel Tom sich nach fünfzig Jahren von mir verabschiedete mit dem Satz: ‚Solltest Du Recht haben und es gibt ein ewiges Leben, dann schicke ich Dir Sleipnir‘. ‚Sleipnir?‘, fragte ich, ‚ich habe draußen in der Welt immer nur vierbeinige Pferde gesehen, wo willst Du ein achtbeiniges Monster herzaubern.‘ ‚Lass das meine Sorge sein‘, antwortete Tom und kurz danach fiel er ins Koma.

Heute weiß ich, dass in der Trauerphase der Trauernde feinfühlig ist,  ich glaubte schizophren zu sein. Rückblickend begann mich dort die Spirit Welt zu bearbeiten, versuchte immer wieder, auf sich aufmerksam zu machen, ich schaute weg.

Eines meiner ersten Übungen in der Meditationszeit war die Achtsamkeitsübung. Achtsam gegenüber sich selbst und achtsam gegenüber alles um mich herum. Ob es am Tag oder im Schlaf in der Nacht ist,  hört sich erst einmal komisch an. Denn im Schlaf können uns unsere Lieben  erreichen. Plötzlich wurde mir klar, ich sollte diesen Weg gehen. Den Weg, den ich so gern wieder rückgängig gemacht hätte, den Weg in die Spiritualität. Ich weiß noch wie heute, wie ich in der ersten Runde meiner einjährigen Ausbildung gefragt wurde ‚warum bist du hier‘. Meine Antwort war: Viele meiner Klienten haben ein Problem mit dem Tod, ich glaube, ich werde ihnen helfen. So wie ich diese Zeilen schreibe, höre ich die innere Stimme sagen – los tu es doch

Sleipnir – SMS aus dem Jenseits

Ich male nur, wenn ich Probleme habe, solche die sich nicht auf einmal lösen lassen. Dann gehe ich an den Schrank und hole Farben wahllos aus dem Regal. Hinzu kommt die Leinwand  und ich lege los, meistens auf meinem Küchentisch. Kein Konzept, keine Vorstellung von dem was ich malen möchte, ich lege einfach los. Male einen Hintergrund und lass ihn trocknen. Dann gehe ich weg, trinke etwas und versuche, Abstand zu bekommen. Zurück an der Leinwand wird aus dem wirren Gemale etwas, was ich vorher nicht für möglich gehalten hätte.

Meine Bilder sind mein Herzblut. Sie zeigen aus der Tiefe meiner Seele den derzeitigen Zustand eben solcher. Und so setzte ich mich eines Tages an den Küchentisch und malte Sleipnir. Während ich dieses Bild machte, sprach ich mit Tom: ‚Wenn du schon nicht antwortest, dann male ich es eben selber‘. Dachte noch: ‚Selbst ist die Frau‘ und freute mich über das Resultat. Drei Farben waren mir wichtig. Weiß und Schwarz – Alpha und Omega, Anfang und Ende und Rot für die Dynamik, die in unserem Leben eine große Rolle gespielt hat. Ist wohl doch nicht so einfach für einen Newcomer ein Pferd zu schicken, das acht Beine hat. Und damit war für mich die Sache erledigt.

In der Ausbildung gewöhnte ich mir ein tägliches Meditationsritual an. Zur gleichen Zeit auf meinem Sessel in der Praxis absenken wurde zum selbstverständlichen Ritual. An diesem Tag war etwas anders, ich legte mich auf mein Sofa mit Blick auf das Fenster. Aus der Meditation kommend, ich weiß nicht, was mich zurückholte, schaute ich hinaus. Da war der Gruß! Das hat aber eine Weile gedauert, mein Lieber. Oder wie man Schatz sagt: What took you so long? Wo ist meine Kamera? Ich konnte sie nicht so schnell genug finden. Da war er, am Himmel, der Gruß von meinem Liebling, Sleipnir in seiner schönsten Form und ich suchte nach der Kamera. Es dauerte eine Weile, bevor ich es fotografieren konnte, denn die Formation fing, an sich aufzulösen

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